Mal ultrakurz, mal etwas längerGeschichten
Einige Kurzgeschichten, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Ein paar davon wurden auch schon veröffentlicht …
Ich traf ihn in einem kleinen Kaufhaus in der Südstadt und es war Liebe auf den ersten Blick. Na ja, bei mir eigentlich nicht. Ich stand so herum zwischen meinen Geschwistern und langweilte mich entsetzlich, als er vorbei ging. Ich weiß auch nicht, was er suchte, aber als er mich sah, blieb er wie angewurzelt stehen. Dann ging er zwei Schritte weiter, drehte sich um und lächelte mich an. Langsam kam er auf mich zu, nahm mich vom Regal und drehte mich bewundernd in seinen Händen. Mit dem Fingerknöchel klopfte er an meine Wandung und strich sanft mit dem Daumen über meinen Rand. Ja, er wusste damals schon, wie man eine wie mich zu behandeln hat. Da war es dann auch um mich geschehen. Vorsichtig trug er mich zur Kasse, bezahlte und schimpfte mit der Verkäuferin, die mich nicht sorgfältig genug eingepackt hatte.

Unser erstes Mal werde ich nie vergessen. Gründlich hatte er alles vorbereitet: Das Wasser blubberte lustig im Kessel, Milch stand bereit und in der Glaskanne neben mir warteten schon die Teeblätter auf das heiße Wasser. Langsam füllte er die Kanne und kontrollierte penibel, wie weit die Teeblätter den Sud schon gefärbt hatten.
Erwartungsvoll ließ ich den Löffel klirren, den er in mich gestellt hatte. Heiß durchfuhr es mich, als er den Tee vorsichtig durch ein Sieb in mich goss. Etwas Milch noch hinzu und endlich konnte ich mich ihm hemmungslos hingeben. Zärtlich umfassten mich seine Hände, und als seine Lippen mich berührten … Ah! Seitdem sind wir fast unzertrennlich. Morgens halte ich seinen Kaffee bereit und abends wache ich auf seinem Schreibtisch, während er Geschichten schreibt und hin und wieder einen Schluck aus mir nimmt.
Doch manchmal nimmt er auch eine andere aus dem Schrank und lässt sich aus ihr den Kaffee schmecken. Und ich gestehe es: Ein wenig eifersüchtig bin ich dann schon.
Vorlesen
Irgendwann stellte mir eine Freundin die Frage, warum jemand eigentlich eine private Homepage hat. So auf Anhieb wusste ich nicht was ich darauf antworten sollte, schließlich betreibe ich diese Site schon seit mehr als 12 Jahren
You may feel disappointed somehow, as most of my pages are written in German. And it’s true, they should be understandable to much more people than they are now …