Mal ultrakurz, mal etwas längerGeschichten

Einige Kurzgeschichten, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Ein paar davon wurden auch schon veröffentlicht …

Wieder eine Reizwortgeschichte. Diesmal waren unterzubringen: Verwaschen, langweilig, Rüssel, Schlamassel, Blendwerk, schütter, klumpig, Heidekraut, Fresssucht, weinen, Lichtjahre. Ich hab die Liste diesmal von hinten aufgerollt, und dieser Fassung der Geschichte den „Rüssel“ gegen eine simple Nase getauscht, weil er einfach unpassend zum Thema Geschichte ist.

 

Tränen in der Nacht

Heute scheint es mir Lichtjahre weit weg, doch manchmal, nachts, wenn der Vollmond mir den Schlaf raubt, kommt die Erinnerung hoch, und ich höre Mutter weinen, wie damals, in jener Nacht …

Sie saß in der Küche, vor dem offenen Kühlschrank, und zuerst dachte ich, sie gebe wieder ihrer Fresssucht nach. Das Licht des Kühlschranks zeichnete sie als übergroßen Schatten an die Wand, und ihre fahrigen Bewegungen ließen das Heidekraut vor dem Fenster im trüben Schein der Glühlampe sichtbar werden. Ihre Hände hielten eine Packung Butter, ganz klumpig und verformt, als wäre sie schon lange in ihrer Hand. Ihr Haar stand wirr in alle Richtungen und erst jetzt fiel mir auf, wie schütter es geworden war, grau und ausgemergelt wie Mutter selbst, jetzt wo nicht mehr das Blendwerk der Contenance den Blick auf sie verhüllte.

„Was für ein Schlamassel hat er gesagt“ murmelte sie immer wieder während Tränen über ihre Wangen liefen, „Was für ein Schlamassel“ und ihre Hände bearbeiteten weiter das Stück Butter.

Sie machte mir Angst, so wie ich sie da sitzen sah und ich wünschte mir, ich hätte meine Nase nicht in diese Sache, sondern lieber in meine langweiligen Schulbücher gesteckt. Ich schlich zurück in mein Zimmer, vorbei an der Garderobe. Mein Blick verfing sich an Vaters Spazierstock aus jenem verwachsenen Ast, ohne den er nie weggegangen war, selbst dann nicht, als er ins Krankenhaus musste. Und plötzlich wurde mir klar was passiert war: Vater hatte den Kampf gegen den Krebs verloren.


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Ir­gend­wann stell­te mir ei­ne Freun­din die Fra­ge, warum je­mand ei­gent­lich ei­ne pri­va­te Ho­me­pa­ge hat. So auf An­hieb wuss­te ich nicht was ich dar­auf ant­wor­ten soll­te, sch­ließ­lich be­t­rei­be ich die­se Si­te schon seit mehr als 12 Jah­ren

 
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You may feel disappointed somehow, as most of my pages are written in German. And it’s true, they should be understandable to much more people than they are now …

Letzte Änderung der Site:
Dienstag, 07. Februar 2012

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