Mal ultrakurz, mal etwas längerGeschichten

Einige Kurzgeschichten, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Ein paar davon wurden auch schon veröffentlicht …

Schreibwerkstatt "Lust zu schreiben hätte ich schon …" 17./18.03.2007. Die übliche Fortsetzungsgeschichte: Man beginnt einen Text, und muss ihn dann nach ein paar Zeilen weitergeben.

Hauptpersonen der Geschichte sollten sein: Oskar Taschenbier, 9 Jahre alt; und Tamara Hohenstein, 65 Jahre alt. Die Handlung sollte mit Regensburg zu tun haben, und es musste ein grünes Schwein darin vorkommen. Ich hab wieder farbig markiert, wer was geschrieben hat:
Peter > Konstanze > Ele > Michael > Luz > Ingrid > Daniela > Peter.

 

Cremetörtchen und Lausebengel

Die Sonne schien hell und warm an diesem Nachmittag, als Tamara Hohenstein gemütlich durch die verwinkelten Gassen der Regensburger Altstadt schlenderte. ‚Ruhestand ist doch etwas Feines‘, dachte sie, ‚genau wie diese Crèmetörtchen hier!‘ Sie beugte sich vor, um die Auslage des Cafés besser in Augenschein nehmen zu können.

Beim Anblick von Sahne und Zuckerguss lief ihr das Wasser im Munde zusammen. Sie verharrte so eine ganze Weile, als sie plötzlich einen kräftigen Stoß von hinten bekam, das Gleichgewicht verlor und gegen die Glasscheibe der Vitrine knallte. Sie versuchte sich noch festzuhalten und landete doch auf dem Boden. Als sie aufstand, blickte sie in ein rotes, erschrocken drein blickendes Jungengesicht.

„‘tschuldigung, hab sie nicht gesehen …“ stammelte der kleine, stämmige Kerl, versuchte sich auf sein Rad zu schwingen, und sich so davon zu stehlen. Da war er bei der resoluten Tamara aber an die Falsche geraten! „Halt, du Bengel!“ kreischte sie und packte den Jungen an seinem Kapuzenshirt. „Immer das Gleiche mit eich Lausejungen! 40 Jahre Schuldienst haben euch nicht gereicht!“

Der Junge sah sie verständnislos an. Dann begann er frech zu grinsen und schrie mit einem Mal laut: „Hilfe, die Frau hat mich geschlagen! Hilfe!“ Tamara erschrak, als sie begriff, was hier passierte. Sie erinnerte sich noch gut an die Zeit als Lehrer Schüler schlagen durften. Das war manchmal sehr heilsam gewesen, aber heute war es verpönt. Selbst Eltern durften das nicht mehr, und schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Sie musste dieses Balg schnellstmöglich zur Ruhe bringen, bevor es zu viel Aufmerksamkeit erregte und sie, Tamara Hohenstein, verdiente Lehrerin im Ruhestand, in Schwierigkeiten brachte.

Tamara dachte an ihre Schulzeit als Lehrerin in der Grundschule in Regensburg. Sie hatte insgesamt nette Klassen gehabt, aber 2 vierte Klassen mit ein paar frechen Buben hatten ihre Geduld und ihre Nerven aufgezehrt. Seitdem konnte sie keine neunjährigen Buben mehr leiden.

Und den kleinen Rotzbengel schon gar nicht, der sie ganz offensichtlich reinlegen wollte. „Bist du wohl still!“ zischte sie ihn an, „sonst setzt es wirklich eine Ohrfeige, die sich gewaschen hat – und zwar hier vor allen Leuten! Die sind mir nämlich schnurzpiepe, dass Du es weißt!“

Der stämmige Junge schaute sie verblüfft an, Tamara funkelte zurück, und plötzlich mussten beide lachen – einfach so. Die Leute, die neugierig stehen geblieben waren, gingen weiter, und die beiden blickten sich an: „Und nun, was machen wir jetzt? Ich glaube, ich lade dich hier ins Café ein, wir beide brauchen jetzt etwas Süßes, um den Schreck zu überwinden – was meinst Du?“

Etwas verunsichert schaute der Junge sie an und blickte in das Schaufenster des Cafés, wo er eine Torte mit vielen lustigen Marzipanfiguren, darunter auch einem fetten grünen Schwein sah. „Das muss ich haben!“ dachte er bei sich und sagte zu der Dame mit dem erwartenden Blick vor sich: „In Ordnung! Ich heiße übrigens Oskar, Oskar Taschenbier und Sie?“ „Tamara Hohenstein.“

Oskar stellte das Fahrrad ab und ging mit Tamara in das Café, wo sie Kakao, Crèmetörtchen und natürlich das grüne Schwein bestellten. Es wurde noch sehr lustig, und Tamara wunderte sich über sich selbst: Eigentlich hatte sie die Nase voll, von diesen kleinen Rotznasen, aber plötzlich – ob es am schönen Wetter lag, oder an der Aussicht auf eines ihrer geliebten Törtchen – merkte sie, wie leer doch ihr Leben seit ihrem Ruhestand geworden war.


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Ir­gend­wann stell­te mir ei­ne Freun­din die Fra­ge, warum je­mand ei­gent­lich ei­ne pri­va­te Ho­me­pa­ge hat. So auf An­hieb wuss­te ich nicht was ich dar­auf ant­wor­ten soll­te, sch­ließ­lich be­t­rei­be ich die­se Si­te schon seit mehr als 12 Jah­ren

 
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Dienstag, 07. Februar 2012

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