Werkstatt Freies Schreiben, Aufgabe 6 vom 08.01.2008. Wieder einmal das altbekannte Cluster, diesmal zu den Begriffen Feuer oder Wald. Nur ist mir zum Cluster gar nichts vernünftiges eingefallen, aber irgendwie ging mir die ganze Woche ein Gedicht durch den Kopf, und so habe ich mich mal an einem Sonett versucht. Diesmal gibts neben dem Gedicht auch etwas besonderes: Ich lese ihnen das Gedicht auf Knopfdruck vor! Viel Vergnügen!

[box frame="-b" style="sub5" bg="#fff" fg="#555" title="Die Flamme"]

Wo eben noch Schwefel auf trockenem Holz
Ein Glimmen und Glühen aus Hitze entfacht,
Ein Funke geboren inmitten der Nacht,
erwacht eine Flamme gar blendend und stolz.

Sie schleudert ihr Licht in das Dunkel hinaus,
Das weichet und zittert im kräftigen Schein,
Wo Schatten sich winden in stimmloser Pein,
Und Teufel und Albträume nehmen Reißaus.

Am Holze entlang tanzt die Flamme vergnügt
Nichts schonen, nichts kümmern, ihr Hunger verzehrt,
Und wabert und flackert und feiert den Sieg.

Denn noch ahnt sie nicht, was ihr bald widerfährt,
Wenn Schwefel und Kienspan zu Asche verglüht,
Und die Finsternis triumphierend heimkehrt.

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